Newsletter Sommer 2026
Liebe Yoginis, Yogis und Yoga-Interessierte,
Du hast letzte Woche deine Pläne abgesagt. Nicht, weil du krank warst oder etwas dazwischenkam, sondern weil du im entscheidenden Moment einfach nicht dazu in der Lage warst. Der Gedanke, dort zu erscheinen, präsent zu sein und etwas zu geben – das fühlte sich an, als würde man von dir einen Marathon verlangen. Und das Seltsame daran? Eigentlich ging es dir gut.
Die Yoga-Philosophie erklärt dieses Phänomen durch die 5 Koshas (Hüllen), die den Menschen als vielschichtiges Wesen beschreiben:
- Annamaya Kosha: Die physische Hülle aus Muskeln und Knochen, die wir auf der Matte kräftigen.
- Pranamaya Kosha: Der Energiekörper, der unseren feinstofflichen Haushalt reguliert.
- Manomaya Kosha: Der mentale Körper, der unsere alltäglichen Emotionen und Gedanken filtert.
- Vijnanamaya Kosha: Die Schicht der inneren Weisheit und des neutralen Beobachters.
- Anandamaya Kosha: Der innerste Kern reiner Glückseligkeit und tiefer Verbundenheit.
Wenn wir grundlos erschöpft sind, liegt das Problem meist auf der zweiten Ebene: der Pranamaya-Kosha. Prana ist unsere Lebenskraft – der unsichtbare Strom, der uns belebt. Man kann diese Schicht nicht sehen, aber man weiß sofort, wenn sie fehlt. Wenn Prana frei fließt, hat der Alltag eine ganz besondere Qualität: Gespräche fühlen sich leicht an und wir spüren einen natürlichen, inneren Antrieb. Stagniert Prana, wird die Welt flach. Wir sagen Pläne ab, auf die wir uns eigentlich gefreut hatten, weil die Energie, uns in unserem eigenen Leben einzubringen, still und leise verschwunden ist.
Das Interessante daran ist: Prana verhält sich nicht wie eine Batterie, die man einfach auflädt und verbraucht. Es verhält sich eher wie Wasser. Das Problem ist selten ein Mangel an Energie, sondern dass sie aufgehört hat, sich zu bewegen. Dein Körper kann völlig ausgeruht sein, während deine Lebenskraft stagniert.
Der Atem ist der direkte Zugang, um diesen Fluss wieder zu aktivieren. Jedes lange, vollständige Ausatmen reinigt den Energiekörper. Wenn du das nächste Mal diese dumpfe Müdigkeit spürst, bevor du nach Kaffee greifst, atme einmal ganz tief aus – länger, als es sich notwendig anfühlt, bis zur völligen Leere.
Wenn dieses Ausatmen auch nur ein kleines Gefühl der Befreiung bringt, ist das der Energiekörper, der zu dir spricht. Er war nicht erschöpft, sondern blockiert. Die Erkenntnis daraus: Der Weg nach vorne liegt in solchen Momenten nicht in noch mehr passivem Ausruhen, sondern in sanfter Bewegung. Eine kurze Atemübung, ein Spaziergang oder einfach ein Moment am offenen Fenster reichen oft schon aus. Der Energiekörper braucht keine dramatischen Gesten – er will nur daran erinnert werden, dass er sich bewegen darf
Um genau diesen Fluss wiederzubeleben und alle Koshas in Einklang zu bringen, packe ich gerade selbst meine Tasche: Ich fahre in den nächsten Tagen als Teilnehmerin auf ein Yoga-Retreat mit meinem hochverehrten Yogalehrer aus den USA und vielen Gleichgesinnten aus aller Welt. Im Anschluss sind wir dann mit den laufenden Kursen im Endspurt vor den Sommerferien. Bevor auch ich mich in die Sommerpause verabschiede, gibt es in den ersten drei Augustwochen aber noch ein Sommerferienprogramm.
Ich lade dich ein, diese Sommerwochen genau dafür zu nutzen: Nimm dir Zeit für dich und bringe deine eigenen Hüllen wieder in Balance.
Ich wünsche dir von Herzen einen wundervollen Sommer im Einklang deiner Koshas!
Ab September starten wir dann mit frischer Energie und neuen Kursen in die nächste Runde. Ich freue mich schon jetzt riesig darauf, dich nach den Ferien wieder auf der Matte zu begrüßen!
Alles Weitere zu den Ferien Terminen und dem neuen Kursstart ab September findest du in diesem Newsletter.
Namaste, Claudia |